Unsere Streitschlichter

Wer?Wann?Wo?
ab Klasse 8nach Vereinbarungnach Vereinbarung

I. Zur Geschichte der Streitschlichtung am MPG

Seit dem Schuljahr 2001-02 werden Schüler*Innen zu Streitschlichter*Innen am MPG ausgebildet. Frau Schober hat die Ausbildung zusammen mit Frau Lerke ins Leben gerufen. Seit 2011 ist Sebastian Michel als Mediator und Beauftragter für Gewaltprävention für die Betreuung und Ausbildung von Streitschlichtern zuständig. Die Ausbildung umfasst 18 Stunden und findet alle zwei Jahre am Ende von Klasse 8 bzw. 9 statt.

II. Zahlen und Fakten

Aktuell haben wir ca. 40 aktive Streitschlichter*Innen am MPG. Seit 2002 ist die Zahl der von unseren Schüler*Innen durchgeführten Streitschlichtungen jährlich gestiegen. Seit dem Schuljahr 2012-13 schlichten sie pro Schuljahr in 20-30 Fällen. Für „schwierigere“ Fälle ist unser Gewaltpräventionsbeauftragter Sebastian Michel zuständig.

III. Weshalb gibt es Streitschlichtung an unserer Schule?

Konflikte gehören zum alltäglichen Leben dazu, ob man es möchte oder nicht. Und gerade in der Schule kommt es immer wieder zu Konflikten, sei es zwischen Schülerinnen und Schülern, zwischen Schüler*Innen und Lehrer*Innen, oder gar zwischen den Lehrer*Innen, zwischen ihnen und der Schulleitung oder zwischen Lehrer*Innen und Eltern. Auch wenn Konflikte leider unvermeidlich sind, so gibt es doch Möglichkeiten, die Anzahl an Konflikten zu minimieren bzw. Konflikte gewaltfrei und konstruktiv auszutragen, so dass es keine Verlierer gibt. Hierzu wollen Streitschlichterinnen und Streitschlichter einen entscheidenden Beitrag leisten.

IV. Was ist Streitschlichtung?

Streitschlichtung (auch „Mediation“ genannt) ist ein Angebot an alle am Schulleben beteiligte Personen, gewaltfrei und konstruktiv mit Konflikten umgehen zu lernen. Hierbei wird nach den folgenden drei Schritten vorgegangen:

(1) Phase 1: Konfliktdarstellung
Die Konfliktparteien (KP) stellen nacheinander ihre Sichtweise bzgl. des Konflikts dar. Sie lassen sich dabei gegenseitig ausreden und beleidigen sich nicht. Die Streitschlichter schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens, indem sie das von den KP Gesagte in eigenen Worten wiedergeben. Das Gespräch verläuft noch weitgehend zwischen den KP und den Streitschlichtern.

(2) Phase 2: Konflikterhellung
In dieser Phase kommen mit dem Konflikt verbundene Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche der KP zur Sprache. Die Streitschlichter*Innen versuchen, dass die KP Empathie (Einfühlungsvermögen) füreinander aufbauen und vermehrt zueinander anstatt übereinander reden können.

(3) Phase 3: Lösungssuche
Haben sich die KP gegenseitig verstanden und füreinander Empathie aufgebracht, wird gemeinsam nach Lösungen des Konflikts gesucht. Die Streitschlichter achten hierbei darauf, dass es zu einer Win-Win-Lösung kommt. Das Ergebnis kann schriftlich z.B. mittels eines Vertrages festgehalten und ggf. bei einem Nachtermin dahingehend überprüft werden, ob sich beide KP an die Vereinbarung gehalten haben. V. Ziele der Streitschlichtung
Vorrangiges Ziel ist es, dass die Konfliktparteien erhobenen Hauptes aus dem Konflikt gehen können, sich gegenseitig achten und respektieren und der Konflikt im Idealfall nicht mehr existiert (Win-Win-Lösung). Weitere Ziele einer Streitschlichtung sind:
   a. Förderung von Empathie und von Vertrauen unter den am Schulleben beteiligten Personen
   b. Förderung der kommunikativen Fähigkeiten (z.B. Gefühle und Bedürfnisse benennen)
   c. Förderung der sozialen Kompetenzen (z.B. Kritik bzw. die eigene Meinung konstruktiv sagen)
   d. Alternativen zu bisher gewohnten Handlungsmustern erkennen und ggf. anwenden
   e. Gewaltfreie und konstruktive Handlungskompetenzen gerade bei Konflikten erlernen
   f. Gewaltfreie Kommunikation als Chance erkennen und anwenden
   g. Offenerer und ehrlicherer Umgang zwischen allen am Schulleben beteiligten Personen.